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Dienstag, 22. März 2011

Bericht zum 1.Tag der 1. Nordeuropäischen Elektromobilrallye 2011

Mit ein bisschen Abstand und ein paar Stunden Schlaf finde ich endlich die Zweit, ein paar ausführlichere Zeilen über die 1. Nordeuropäischen Elektromobilrallye zu schreiben und meine Eindrücke in Worte zu fassen.

Als kleines Vorwort vielleicht noch eine kurze Zusammenfassung, was bis zum Start alles nicht geklappt hat und mir schlaflose Nächte bereitet hat ;)

Es fing an mit der verspäteten Lieferung unserer Akkus, die eigentlich schon am 07. März bei uns sein sollten, aber erst am Dienstagabend den 15. bei uns waren.
Acht Tage weniger Zeit bedeutete ein strammes Programm für mich.
Die Zellen mussten also an drei Abenden balanziert, eingebaut, getestet, geladen und gefahren werden.
Wer so etwas schon einmal mit den üblichen "Hausmitteln" durchführen musste, der weiß, was auf durchgemacht habe!
Es war frustrierend, zeitfressend, anstrengend und schlafraubend, aber letztendlich habe ich es rechtzeitig zum Start der Rallye geschafft.
Die Sorge um die Zellen bzw ein mögliches Überladen wurden durch die gut laufende Praxis vertrieben.

So war es Samstagmorgen, als ich mit Marius (unserem treuen Fahrer ;) ) den Beetle auf den Trailer vom Volkswagen Zentrum Flensburg aufladen konnte. Nicht ganz aufgeladen, denn wir waren erst um 00:30Uhr von unserem Reichweitentest in der Nacht zurückgekommen, aber immerhin mit der Sponsorenschildern der Kath-Gruppe und den Gebrüder Honnens beklebt.

Noch schnell meinen Copiloten Michael abgeholt und auf nach Apenrade / Åbenrå in Dänemark. Ganz ohne Frühstück im Bauch und Kaffee in der Hand, ging es zum Sammelpunkt am Kraftwerk im Hafen.
Schnell das Ladegerät angeschlossen, denn wir wussten ja nicht, wieviel Energie wir noch vor dem Start saugen konnten ;)

Die technische Abnahme verlief problemlos und die Sponsorenaufkleber wurden gleich im Dutzend aufgeklebt, bevor es zum Fahrer- und Beifahrerlehrgang ging.
Endlich ein Kaffee!Das Roadbook wurde erklärt, die Etappen besprochen und die Eigenarten der Navigation wurden erklärt. Spätestens bei dem Hinweis auf Stoppuhr und Lupe wurde allen noch einmal bewusst, dass das keine Tour wird, bei der es um einen schönen Landschaftsausblick gehen soll.

Nach dem Lehrgang hatten wir genug Zeit die Fahrzeuge der anderen Teams einmal zu begutachten. Tesla, iMiev (und Schwestern), German e-cars (umgebaute Suzuki Splash), Citysax (Chevrolet Matiz), Luis ("Geländewagen"), Golf Citystromer, Think City, Kewet Buddy, Tazzari, EcoCrafter, Reva, zwei Transporter/Kastenwagen, Fiat 500, Fiat Panda und wir in unserem New Beetle. Besonderheit: wir sind die einzigen im Feld, mit einem privaten Umbau!Die Messlatte liegt also vermeintlich hoch und die Nervosität steigt.
Zu präsent sind noch die "Schmerzen" der letzten drei Nächte, die Angst eines technischen Defekts, oder die Reichweite nicht zu schaffen.
Egal, jetzt gibt es kein zurück mehr ;)

Artig in Reih und Glied aufgestellt warteten wir auf den Start.
Mit unserer Nummer 25 (ja, die wurde zu Samstag noch einmal geändert) starteten wir 25 Minuten hinter dem ersten Team in das Rennen.
Nun lagen Orientierungsfahrten, Zeitfahrten, Wertungsprüfungen und einige Kilometer zwischen uns und einem der begehrten Preise / Pokale.

Die Route führte uns durch eine schöne Landschaft, enge Straßen und über kleine Wege nach Sonderburg / Sønderborg in Dänemark. Knapp 61 Kilometer hatten wir auf dem Zähler, was auch der Grund war, eine Schleife auszulassen und schmerhafte Strafpunkte zu kassieren. (Im Nachhinein wissen wir, dass wir auch diesen Umweg hätten fahren können.)
Am Hafen, vor dem Haus Alison, trafen wir wieder auf das gesamte Fahrerfeld und konnten die benötigten Kilowatt in die Autos laden.Ein Fahrzeug kam auf dem Rücken eines Falk-Transporters (Abschleppwagen). Es war der quitschgrüne Kewet Buddy, der die Reichweite nicht ganz mitgehen konnte.Beim anschließenden Gespräch mit den restlichen Fahrern (mal die Teslas ausgenommen) hörten wir überraschender Weise von vielen, dass deren Restlaufzeiten sehr gering waren, sie auf "Reserve" oder im Rollen ins Etappenziel gekommen sind.
Ein Team hat auf dem Weg bei Bekannten und Freunden gestoppt, um ein wenig "nachzutanken".
Das Citysax-Team, was in etwa unseren Batterietyp nutzt und auch sonst ein stimmiges Konzept zu haben scheint, war wie wir ohne Probleme ins Ziel gekommen.

Drei Stunden Ladezeit waren geplant, allerdings hatte zu Zeiten der Planung noch niemand damit gerechnet, dass vor Ort kaum CEE 230V/16A Steckdosen (blau) bereitstehen würden. So haben sich einige in eine "normale" 230V/10A Steckdose eingesteckt und damit die Sicherungen aus dem Kasten springen lassen :)Da dies erst später bemerkt wurde, hatten einige Fahrzeuge nicht genügend Zeit, um sich fit für die nächste Strecke zu laden. So wurde die Zeit um weitere 30 Minuten verlängert und eine kräftezehrende "Bergetappe" gestrichen.

Auf nach Flensburg!

Wieder auf der Strasse hatten wir ständig unsere Spannungsanzeige im Blick, auch wenn es nur zur eigenen Beruhigung dienen sollte, denn der Wagen fuhr und fuhr und fuhr. So dass wir in Flensburg angekommen noch an der "Geschwindigkeitsmessung" teilnehmen konnten ... aus dem Stand auf 38km/h ;)

Der Empfang war großartig. Familie, Freunde, Fanclub und interessierte Zuschauer warteten bereits durchgefroren auf den roten Flitzer und uns.Auch wenn die Zeit viel zu knapp war, um alle gebührend zu empfangen, war es tolles Gefühl, solch eine Unterstützung zu bekommen.
Die letzte Etappe für heute waren die Flensburger Stadtwerke, wo wir über Nacht Ökostrom aus skandinavischen Wasserkraftwerken tanken durften.

Auch hier gab es wieder Probleme mit den Sicherungen, aber nicht bei uns :)
So konnten wir den Abend im Schloss Glücksburg bei einem Abendessen und unzähligen Ansprachen ausklingen lassen und ein wenig mit anderen Fahrern ins Gespräch kommen.
Ein gelungener Auftakt.

1 Kommentar:

  1. Hallo Michael,
    mit großem Interesse habe ich die Rallye zumindest online verfolgt. Leider war ich beschäftigt am WE, und konnte nicht zum Hafen kommen.
    Ich freue mich, das der Beetle anscheinend so problemlos gelaufen ist.
    Wenn mir jemand 15000 € schenken möchte, baue ich meinen Golf II sofort um.
    Ich bin gespannt auf weitere Informationen der Rallye. Gruß Jörg

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Vielen Dank.