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Mittwoch, 23. Februar 2011

Rechnet sich ein E-Auto?

Mit meinem Aufruf und der Frage, ob jemand 36.000 Euro für einen Elektrogolf ausgeben würde, habe ich ein paar Diskussionen ausgelöst und die Frage, ob sich solch eine Investition denn "lohnt".

Nun, der eigene Umbau lohnt sich auf Dauer gesehen schon. Gehen wir mal von den für uns ~15.000 Euro aus, müssen wir allerdings ~10 Jahre fahren um die Investitionen wieder eingespart zu haben.

Ich glaube, dass man das aus mehreren Blickwinkeln betrachten muss, denn es sind nicht die reinen Investitionskosten, die man hier betrachten sollte.
Wir fahren seit nun 1600km oder knapp zwei Monaten ohne CO2-Ausstoß. Uns sind die Benzinpreise plötzlich total egal und auch die Unruhen in Afrika und im Nahem Osten sind für uns zwar politisch interessant, aber die Auswirkungen auf möglicherweise steigende Benzinpreise sind uns in erster Linie schnuppe.

Für die Betrachtung in einem anderen Forum, habe ich mir die Preisentwicklung der letzen 12 Jahre angesehen und eine durchschnittliche Teuerungsrate für Benzin und Strom ermittelt. Steigt der Preis für Strom um 3,1% im Jahr, ist der Benzinpreis im gleichen Zeitraum um 4,8% pro Jahr gestiegen, übrigens jeweils ziemlich konstant.Das bedeutet also, dass die reinen Kosten pro gefahrenen Kilometer um 1,7% pro Jahr in einem Benziner höher steigen, als bei elektrischer Mobilität.

Analysten und Brancheninsider vermuten allerdings eine jährliche Steigerung des Benzinpreises um 8-22%, der Ex-Shell-Oil Chef John Hofmeister geht sogar von einer Verteuerung in den USA von 60% (von 3,1$ auf 5$ Gallone) bis 2012 aus, andere sehen diese Steigerung erst zum Ende des Jahrzehnts.
Fakt ist, dass die Preise für Öl und Benzin steigen werden und selbst zurückhaltende Prognosen (8%) einen Preis von 2,20 Euro/Liter bis 2020 erwarten, bei 22% wären wir 2020 mit 3,50 Euro/Liter dabei.

Wir sind in der glücklichen Lage, einen Teil unseres Stromes selbst zu produzieren und direkt zu nutzen. In ein paar Jahren werden marktreife Systeme angeboten, die die komplette Speicherung der Solarenergie in den eigenen vier Wänden bezahlbar machen. Damit wäre eine Entkoppelung von Energie zu Mobilität für uns geschafft.

Kommentare:

  1. Also mit den angesetzten Verteuerungsraten ist der Umbau nach 10 Jahren noch nicht ganz bezahlt.

    Davon auszugehen, dass Diesel und Benzin stärker als angenommen steigen werden ist evtl. eine Spur zu spekulativ, aber:
    Sind Elektroautos nicht wesentlich wartungsärmer?
    Das spielt ja gerade bei älteren Autos, also in den letzten Jahren der angesetzten Amortisationszeit eine Rolle. Das lässt sich zwar schwer finaziell beurteilen, aber es entfallen Motorwartung, Ölwechsel, Luft- Benzinfilter, Zündkerzenwechsel etc.pp.

    Außerdem steckt noch finanzielles Potential in dem Verkauf des alten Motors. Da hattet ihr mit euren paar Euros zwar wenig Glück, aber mit etwas mehr Geduld und Spucke lassen sich da sicher noch ein paar Hunderter herausholen.

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  2. Hallo Michael,

    angenommen Deine Hochrechnung passt so einigermaßen, würde ich eine Investitionsrechnung dazunehmen.
    Der Umbau wird am Anfang als Investition bezahlt.
    Entweder leihe ich mir das Geld für 10 Jahre und dann hat mich der Umbau nach 10 Jahren etwa das Doppelte der Investition gekostet, oder ich habe das Geld übrig, kann es aber nicht anlegen und verliere den Gewinn den die Geldanlage ermöglicht hätte.
    Ein 15000€ Umbau kostet mich am Ende etwa 30000€
    Ich spare aber nach Deiner Tabelle großzügig überschlagen nur rund 15000€ plus den Restwert Akku/Motor/Controller.

    Die Teuerungsrate bei Benzin muss also in Zukunft noch deutlich höher ausfallen als bei Strom, damit sich ein Elektroauto ökonomisch rentiert. Und der Akku muss die 150000km durchhalten.

    Auch das Argument der geringeren Wartungskosten kann nicht stimmen (eine Vermutung meinerseits, die noch zu bestätigen wäre). Reifen, Bremsen, Fahrzeugelektronik, Klimaanlage, Servolenkung, Scheibenwischer, Stossdämpfer etc. pp. unterliegen auch bem E-Auto dem Verschleiß. Und bei meinem Auto sind es genau die Sachen, die dauernd kaputt gehen. Der Motor läuft und läuft.
    Und wenn ich mir vorstelle, daß IGBTs noch extrem teuer sind und im PKW Umfeld vibrations- und temperaturmäßig ziemlich unsanft behandelt werden, kann ich mir da auch die eine oder andere unschöne Überraschung vorstellen.
    Dazu kommen die vielen zusätzlichen elektrischen Verbindungen (Stecker) die einem das Fehler finden und reparieren zur Lebensaufgabe machen können.

    Zur Zeit ist es wohl entweder die Vermutung der explosiv steigenden Benzinpreise, der Wille ökologisch zu handeln oder die neugier auf hochinteressante Technologie (Spieltrieb), die uns zum Elektroauto greifen lässt.

    Grade auf der Kostenseite lasse ich mich natürlich gerne von besseren Argumenten umstimmen. Schließlich muss ich meinen sehnsüchtigen Umbauwunsch auch meinem Konto gegenüber rechtfertigen.

    viele Grüße
    Philip

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  3. Ach ja, die Vernunft......
    Muss denn im Leben immer alles Sinn machen,
    wo doch der Unsinn viel mehr Spass macht!

    @Michael: Ich glaube, allein das gefühl nach
    der ersten Probefahrt und nach erfolgreicher
    TÜV-Prüfung ist fast schon unbezahlbar.
    Und selbst wenn es sich (noch) nicht rechnet,
    dann ist allein die Tatsache, dass es machbar
    ist, ein Grund es zu tun.
    Ich bin ganz gewiss kein "Öko", aber über kurz oder lang werd ich auch ein E-Mobil haben
    ob sichs nun rentiert oder nicht.... und wenns
    nur ist, um zu zeigen, dass es so auch geht.
    Dank dieses E10-Blödsinns werden nun sogar die
    Spenderfahrzeuge viel billiger (und in den
    Entwicklungsländern werden noch mehr verhungern,
    weil mit deren Nahrung unser Sprit gepanscht wird)wart mal ein paar Monate ab, dann werden wir schon sehen.... Neulich war mir mal eine kurze Probefahrt im Turn-E-Smart vergönnt!
    Das Ding überzeugt!zumindest vom Triebwerk her.
    Es gibt noch viel zu verbessern, aber das liegt
    an den ganz speziellen Tücken des Basisfahrzeugs.( Can-Bus! )Die Fahrleistungen sind großartig, die Reichweite gut, das ist schon mal eine ordentliche Basis, mal sehen,was die Jungs noch auf die Räder stellen.
    Ich persönlich hätte lieber etwas mehr an
    Sitzplätzen und Kofferraum.Vielleicht wirds ja doch was mit einer Ente.....wenn die nur
    mehr Zuladung hätte......einen fast rostfreien
    84er Escort hätte ich noch rumstehen.....
    und einen 53er DKW Meisterklasse (den müsste man aber seeeeehr behutsam umrüsten, damit alles
    auch wieder zurückgebaut werden kann)
    Ein Golf (2) 3!!, 4, Jetta,Vento,Bora oder so
    wäre wohl das vernünftigste Basisfahrzeug
    mal sehen.......

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  4. Jens, da die Motoren und Controller fast keinem Verschleiß unterliegen, gute Behandlung vorausgesetzt, sind es Lager und Kohnebürsten, kann beim Teileverkauf ein guter Preis erzielt werden. Und wenn der Motor tatsächlich kaputt geht, sind es 45kg pures Kupfer ;)

    Heute waren an der Tankstelle 1,55 / Liter angeschlagen. Das wäre der Preis, den ich in meiner Aufstellung für 2012 erwartet habe.
    Ich persönlich denke, dass wir eine schnelle Verteuerung erleben werden, aber meine Zahlen basieren auf Aussagen von Fachleuten und Analysen. Und selbst von denen habe ich die Vorsichtigen gewählt, damit mir nicht vorgeworfen werden kann, dass ich mir das schönrechnen möchte :)

    Du glaubst nicht wie angenehm die Gespräche am Mittagstisch in der Firma sind, wenn alle über die erneuten Erhöhungen schimpfen :-)

    Das ist und bleibt ein für mich schönes Hobby und da bin ich auch gern bereit mal ein bisschen zu investieren und zu experimentieren.

    Die Wartungskosten habe ich in meiner Tabelle nicht aufgeführt, aber in meine persönliche Rechnung einbezogen. In 12 Jahren sind es ca. 4000,- Euro Unterschied zum Benziner (12 Ölwechsel und Ölfilter, 48 Zündkerzen, ein Zahnriemenwechsel, Keilriemen, ein Auspuff inkl. Katalysator, eine Lichtmaschine, eine Wasserpumpe (hoffentlich mit Zahnriemen getauscht).
    Bei unserem fallen voraussichtlich Kohlen an und evtl. einmal die Lager (mit berücksichtigt).

    Alle anderen Verschleißteile sind natürlich gleich, deshalb auch nicht mit berechnet.

    Das Gefühl ...
    ... ja, es ist unbezahlbar :)
    Heute bin ich nach einer kurzen Einkaufstour bei Minusgraden aber Sonnenschein nach Hause gekommen, stecke das Stromkabel in den Beetle und freue mich, dass mein Solarstrom direkt in den Tank fließt und ich dafür sogar noch Geld bekomme ... herrlich :)

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  5. Da bin ich gerade drübergestolpert:

    http://rebirthauto.com/rebirthautonewbeetleassembleddrivetrain.aspx

    Das hätte es doch schon früher geben sollen....

    mfG
    Franz

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  6. @ Michael: Mein Reden, Wartungskosten fallen ja nicht erst an, wenn was kaputt geht. Ein Kraftstoffmotor ist viel verschleißanfälliger und muss (müsste) öfter gewartet werden.

    Zu den Spritpreisen: da wäre ich immer noch skeptisch. Es ist klar, dass die Vorräte begrenzt sind, und wir immer energiehungriger und damit eine schärfere Verknappung stattfindet, aber neue Ölfelder werden selbst heute an Land immer noch entdeckt, und unter den Ozeanen schlummern riesige Ölfelder, die man noch nicht nutzen darf, erst recht nach Deep Water Horizon. Doch mit zunehmender Verknappung werden die Bestimmungen aufgeweicht werden und solche Felder erschlossen.

    Dann wäre da noch das durch Schätzing berühmt gewordene Methan-Hydrat: Methangas umhüllt von Wassermolekülen in einer unter Druck (am Meeresboden ab 190m, etwa 20bar absolut, bei 2-4°C) stabilen, hochverdichteten Kristallstruktur. An Land (ohne Druck) zerfällt es in Wasser und nutzbares Methan (=Erdgas) im Verhältnis 1m³ Methanhydrat zu 164 m³ Methan und 0,8 m³ Wasser. Momentan ist die Nutzung technisch schwierig, weil man den Meeresdruck bis zur beabsichtigten Trennung aufrecht erhalten muss, sonst entweicht das Methan ungenutzt. Aber es ist nicht unmöglich und wird bei entsprechender Ölverknappung garantiert vorangetrieben.
    Und das vielleicht schockierendste daran: Es gibt etwa doppelt so viel Methan-Hydrat auf der Welt wie alle jemals existierten Kohle-, Erdöl- und Erdgasvorräte zusammen! Und einen Benzinmotor auf Erdgas umzurüsten ist sehr einfach.

    Als dritten Punkt bleibt noch der Biosprit zu erwähnen, auf den vehikelfranz glaube ich angespielt hat: In Brasilien laufen alle (!) Benziner damit, es gibt riesige Fermentierungsfabriken, die aus Zuckerrohrresten Ethanol gewinnen und den ihrem selbst geförderten Erdöl beimischen.
    Brasilien importiert kein Erdöl, dieses riesengroße Land kann all seine Autos und Industriebetriebe mit seiner eigenen Ölförderung plus Bioethanol selbst versorgen!
    Wenn man das berücksichtigt, reden wir nicht von einer Verknappung in dieser, sondern erst in der nächsten oder übernächsten Generation, selbst mit steigendem Energiebedarf.
    Was anderes ist natürlich der Klimaschutz: Methan verbrennt zu CO2 und Wasserdampf, CO2 als Treibhausgas wird also immer noch ausgestoßen.

    Ich denke, so traurig das vielleicht auch klingt, aber steigende Spritpreise werden sich eventuell in der Zukunft durch diese Faktoren abmildern.

    Bei einer

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Vielen Dank.